Anhängerversicherung und Transportsicherung - weitere Informationen

  • 23 Januar 2018 |

ASV Langenargen am 20.01.2018 - Nachtrag zum vergangenen Vortrag - Anhängerversicherung und Transportsicherung  


Download der Broschüre als PDF:

- Transport von Sportbooten auf Bootshängern - ~ 10 MB

- Sichere Verladung - ~ 1,2 MB

 

  1. Allgemeines

Ein Bootstrailer ist ein Anhänger für den Transport von Booten. Im Gegensatz zum Slipwagen (die speziell für das Ins-Wasser-Lassen und zum An-Land-Ziehen verwendet werden), sind Trailer für die Nutzung auf der Straße geeignet – wobei auch Bootstrailer existieren, die zusätzlich als Slipwagen eingesetzt werden können.

Es existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Ausführungen. Grundsätzlich lässt sich ein Trailer nach folgenden Merkmalen unterscheiden: Anzahl der Achsen sowie Art der Bremse.

Je nach Länge und Größe gibt es Trailer mit einer Achse (einachsig) oder mehreren Achsen (mehrachsig). Zudem gibt es Trailer mit eigenen Bremsen sowie Trailer, die durch die Bremskraft des PKW gebremst werden.

Besonders wichtig bei der Auswahl des passenden Trailers ist natürlich das zulässige Höchstgewicht, so dass das gewünschte Boot auch transportiert werden kann.

Jeder Trailer hat ein zulässiges Gesamtgewicht. Dieses ergibt sich aus dem Leergewicht (Eigengewicht) sowie der Nutzlast. Die Nutzlast bestimmt, wie schwer maximal die Zuladung sein darf – also Bootsgewicht mit Zubehör und Ausrüstung.

Zulässiges Gesamtgewicht

Achten Sie auf das zulässige Gesamtgewicht! Bei einer Überschreitung erlischt die allgemeine Betriebserlaubnis – und zwar nicht nur für den Trailer, sondern für das gesamte Gespannt. Dies gilt in der Regel auch für den Versicherungsschutz im Schadenfall.

Achten Sie auch auf das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges: Hier zählen unter anderem Insassen, Gepäck und natürlich auch der Trailer mit Ladung hinzu.

In Deutschalnd benötigten Trailer eine eigene Zulassung (grünes Kennzeichnen), um im Straßenverkehr eingesetzt werden zu können. Zulässig ist eine Breite von 2,55 Meter und eine Höhe von bis zu 4 Metern.

Bei Breiten über 2,55 Meter und bis zu 3 Meter muss eine Sondergenehmigung beantragt werden. Bei einer Breite über 3 Meter ist ein kompliziertes Zulassungsverfahren von Nöten.

Beim Kauf eines gebrauchten Bootstrailers, sollten Sie unter anderem auf folgende Punkte achten.

 

Allgemeiner Zustand

Untersuchen Sie den Trailer nach rostigen Stellen. Auch die Stabilität des Trailers sollte nicht beeinträchtigt sein. Für einen Schnelltest der Stoßdämpfer, können Sie auf den Anhänger steigen und etwas hüpfen. Bei einer Probefahrt sollten Sie testen, ob der Trailer in der Spur bleibt.

Elektrik

Prüfen Sie die elektrischen Anschlüsse. Schalten Sie die Blinker und die Lampen nacheinander ein, um deren Funktion zu testen. Die Ursache für eine defekte Lampe kann eine kaputte Glühbirne sein. Funktioniert keine einzige Lampe, könnte etwas mit der Elektrik nicht in Ordnung sein.

Reifen

Achten Sie nicht nur auf den Zustand, sondern auch auf das Alter der Reifen. Die meisten Hersteller empfehlen, die Reifen nach 6, spätestens nach 8 Jahren zu wechseln. Reifen, die nicht regelmäßig genutzt werden, altern besonders schnell.

Planen Sie ggf. die Anschaffung neuer Reifen mit ein, damit es zu keinen Beanstandungen durch den TÜV kommt.

Sichern Sie nicht nur Ihr Boot gegen Diebstahl, sondern auch Ihren Trailer! Zum Beispiel mit einer Trailer-Sicherung.

 

  1. Kennzeichenpflicht

 

Pferde- und Sportbootanhänger sind nach § 4 Absatz 2 Nr. 3 FZV kennzeichenpflichtig. Einen Nachweis über das Bestehen einer Haftpflichtversicherung in Form einer eVB benötigt der Halter zur Erteilung des Kennzeichens nicht. Diese Fahrzeuge erhalten nur zum Zweck der Kennzeichenerteilung eine Zulassungsbescheinigung.

 

  1. Versicherungspflicht

 

Nicht zulassungspflichtige Anhänger sind nach § 2 Absatz 1 Nr. 6 c) PflVersG nicht versicherungspflichtig. Gleichwohl unterliegen sie der Gefährdungshaftung nach § 7 Absatz 1 StVG, so dass es sich für den Halter des Anhängers empfiehlt, auf freiwilliger Basis eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Dafür sprechen folgende Gründe:

 

  • Die gegenüber einer Privat-Haftpflichtversicherung deutlich höheren Versicherungssummen in der Kfz-Haftpflicht.
  • Der günstige Kfz-Haftpflicht-Beitrag.

 

Eine Kaskoversicherung kann für diese Risiken auch ohne Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden; die Betriebs- bzw. Privat-Haftpflicht sollte in diesen Fällen jedoch bei uns bestehen. 

 

  1. Zulassung / 100er Zulassung / Zulassungsfreiheit / Steuer & Versicherungsfreiheit

 

Wie für ein normales Kraftfahrzeug muss auch für einen Anhänger eine Zulassung beantragt werden. Die Zulassung erfolgt bei der Kfz-Zulassungsstelle und erfordert zunächst lediglich ein Kfz-Kennzeichen. Mittlerweile fordert der Gesetzgeber vom Fahrzeughalter nicht mehr die Zulassung in Kombination mit einem bestimmten Zugfahrzeug. Ist die Verkehrstüchtigkeit des Anhängers festgestellt, darf er mit jedem Zugfahrzeug, das die Anforderungen erfüllt und eine Anhängerkupplung besitzt, gezogen werden. Üblicherweise muss mit einem Anhänger auf deutschen Straßen ein Tempolimit von 80 km/h eingehalten werden. Jedoch kann erweiternd bei der Zulassung ein Tempolimit von 100 km/h beantragt werden, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind:

  • Das Zugfahrzeug ist mit ABS ausgestattet.
  • Die Reifen des Anhängers dürfen nicht älter als sechs Jahre
  • Die Reifen des Anhängers sind für eine Geschwindigkeit von 120 km/h zugelassen. Das entspricht der Geschwindigkeitsklasse L auf dem Geschwindigkeitsindex.
  • Die Massenverhältnisse zwischen Anhänger und Zugfahrzeug müssen den Vorschriften entsprechen. Das hängt von der Art des Anhängers und dem Leergewicht des Zugfahrzeuges ab. Ein Anhänger ohne hydraulische Stoßdämpfer ist hier deutlich im Nachteil.
  • Die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeuges darf 3,5 t nicht übersteigen.
  • Die Konstruktion des Anhängers muss für ein Tempolimit von 100 km/h geeignet sein. Wer mit einem der neueren Modelle Lasten bewegt, erfüllt dies in der Regel.

Die Zulassung des Anhängers für Tempo 100 km/h muss dann mit einer Plakette am selbigen gekennzeichnet werden. Selbstverständlich darf der Anhänger nur in Kombination mit einem Zugfahrzeug geführt werden, dass den Anforderungen der Tempo-100-Zulassung entspricht.

 

Zulassungsfreiheit

Die Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV) besagt in §3, welche Fahrzeuge von der Zulassungspflicht befreit sind:

(1) Fahrzeuge dürfen auf öffentlichen Straßen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn sie zum Verkehr zugelassen sind. Die Zulassung wird auf Antrag erteilt, wenn das Fahrzeug einem genehmigten Typ entspricht oder eine Einzelgenehmigung erteilt ist und eine dem Pflichtversicherungsgesetz entsprechende Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung besteht. Die Zulassung erfolgt durch Zuteilung eines Kennzeichens, Abstempelung der Kennzeichenschilder und Ausfertigung einer Zulassungsbescheinigung.

(2) Ausgenommen von den Vorschriften über das Zulassungsverfahren sind

  1. folgende Arten von Anhängern:
    e) Spezialanhänger zur Beförderung von Sportgeräten, Tieren für Sportzwecke oder Rettungsbooten des Rettungsdienstes oder Katastrophenschutzes, wenn die Anhänger ausschließlich für solche Beförderungen verwendet werden,
    (3) Auf Antrag können die nach Absatz 2 von den Vorschriften über das Zulassungsverfahren ausgenommenen Fahrzeuge zugelassen werden. 

Dabei bedeutet “Zulassungsfreiheit” keineswegs, dass kein Kennzeichen (egal ob schwarzes oder grünes Kennzeichen) erteilt werden muss. Möchte man die Vorteile der Zulassungsfreiheit (und die damit verbundenen Einschränkungen, s.u.) nicht wahrnehmen, kann man den Trailer auf Antrag zulassen. Was sonst noch so ausgenommen ist, ist ganz amüsant zu lesen.

Die gern genommene Argumentation, Zulassungsfreiheit wäre nur für Schausteller, Landwirte etc., zieht also nicht. Wichtig ist aber, dass aus der ABE des Trailers hervorgeht, dass es ein Spezialanhänger für Sportgeräte (bspw. “Bootstransporter”) ist. Funktioniert übrigens analog auch mit “Pferdetransporter”.

 

 

Steuer- /Versicherungsfreiheit

Aus der Zulassungsfreiheit ergibt sich unmittelbar die Befreiung von der Kfz-Steuer aus §3 des KraftStG:

  • 3 Von der Steuer befreit ist das Halten von
    1. Fahrzeugen, die von den Vorschriften über das Zulassungsverfahren ausgenommen sind

Das Pflichtversicherungsgesetz  befreit in §2 den Anhänger ebenfalls unmittelbar von der Versicherungspflicht:

  • 1 Der Halter eines Kraftfahrzeugs oder Anhängers mit regelmäßigem Standort im Inland ist verpflichtet, für sich, den Eigentümer und den Fahrer eine Haftpflichtversicherung zur Deckung der durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursachten Personenschäden, Sachschäden und sonstigen Vermögensschäden nach den folgenden Vorschriften abzuschließen und aufrechtzuerhalten, wenn das Fahrzeug auf öffentlichen Wegen oder Plätzen (§ 1 des Straßenverkehrsgesetzes) verwendet wird.
  • 2 (1) §1 gilt nicht für
  1. Halter von
  2. c) Anhängern, die den Vorschriften über das Zulassungsverfahren nicht unterliegen.

Daraus folgt automatisch, dass für eine Anmeldung eines vom Zulassungsverfahren befreiten Anhängers keine EVB – die elektronische Versicherungsbestätigung eines Kfz-Haftpflichtversicherers – erforderlich sein kann.

Allerdings regelt §2 Absatz (2) detailliert, welcher Haftung der Halter dann unterliegt (nämlich genau der der Mindestversicherungssummen einer Kfz-Haftpflichtversicherung im Fall der Zulassungspflicht). Insbesondere Personenschaden kann einem da schonmal die Vermögensplanung verhageln.

grünes Kennzeichen

Zur Farbe des Kennzeichens regelt §9 FZV:

(2) Bei Fahrzeugen, deren Halter von der Kraftfahrzeugsteuer befreit ist, ist abweichend von § 10 Absatz 1 ein Kennzeichen mit grüner Beschriftung auf weißem Grund zuzuteilen (grünes Kennzeichen); ausgenommen hiervon sind:
[…]

            (Zu den Ausnahmen zählen keine Spezialanhänger für Sportgeräte.)

Wichtig ist dabei der Teilsatz aus dem eingangs zitierten §3 FZV, “wenn die Anhänger ausschließlich für solche Beförderungen verwendet werden“. Wer auf einem leeren Bootstrailer Sperrmüll zum Recyclinghof fährt, verwendet ihn nicht zum Transport von Sportgeräten, damit ist der Anhänger zulassungspflichtig und in der Folge versicherungs- und steuerpflichtig. Spätestens die Steuerhinterziehung ist kein Spaß – ein Umzug mit dem Pferdeanhänger, daran ein grünes Kennzeichen, ist also ein großes Risiko.

 


grünes Kennzeichen nach Ummeldung


grünes Kennzeichen (zugegebenermaßen arg benutzt)

 

Es gibt Berichte über Autobahnpolizisten, die schon das (übermäßige?) Transportieren von Urlaubsgepäck und/oder Proviant im Boot als bestimmungswidrig angesehen haben. Und da ein grünes Kennzeichen als Zeichen der Steuerfreiheit weithin sichtbar ist, ist die Chance auf eine Kontrolle klar gegeben.

Ungeachtet dieser zulassungsbezogenen Regelungen muss ein Anhänger unabhängig von seiner Kennzeichenfarbe und der damit einhergehenden Erleichterungen regelmäßig zur Hauptuntersuchung (HU, landläufig “TÜV”, was aber eigentlich neben Dekra und GTÜ nur eine der drei Organisationen ist, die die Hauptuntersuchung durchführen darf) – und zwar erstmalig nach 36 Monaten (bis 750kg) resp. 24 Monaten (bis 3,5to und Wohnwagen), danach alle 24 Monate wie PKWs auch.

  1. Versicherungsarten

 

Anhänger gehörten bis zum Jahr 2002 versicherungstechnisch automatisch zum jeweiligen Zugfahrzeug und waren in dessen Kfz-Versicherung mitversichert. Dann wurde das Gesetz geändert und Anhänger mussten eine eigene Versicherung haben - unabhängig vom Auto. Wenn es vor 2002 zu Unfällen kam, dann war die Regulierung oft nicht einfach und die Fälle landeten nicht selten vor Gericht. Das wurde in dem Moment einfach, als für Anhänger eine eigene Anhänger-Versicherung verlangt wurde.

Wie beim Auto auch kann der Besitzer des Anhängers entscheiden, welcher Versicherungsumfang für ihn infrage kommt. Vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist die Haftpflichtversicherung. Teil- und Vollkasko können optional abgeschlossen werden.

Die Haftpflicht springt ein, wenn durch den Gebrauch des Anhängers Personen verletzt, Dinge beschädigt werden. Sie leistet gegenüber Dritten.

Die Teilkasko sichert den Anhänger gegen Diebstahl, Brand, Zusammenstoß mit Haarwild, Kurzschlüsse sowie Schäden durch höhere Gewalt ab.

In der Vollkaskoversicherung ist der Anhänger bei Vandalismus und Schäden, die durch einen selbstverschuldeten Unfällen entstehen, geschützt.

 

 

  1. Haftung

 

Anhängerhalter haftet

auch ohne Versicherung!

 

Die Halter von Zugfahrzeug und Anhänger haften gesamtschuldnerisch für Kfz-

Haftpflichtschäden des Gespanns. Im Falle eines Schadens, an dem ein Gespann

beteiligt ist, wird ein Geschädigter seine Ersatzansprüche meist beim Versicherer

des Zugfahrzeugs geltend machen. Der Unfallgegner kann für seinen Schaden

aber auch direkt vom Anhängerhalter Ersatz verlangen.

Denn selbst wenn ein Anhänger nicht versicherungspflichtig ist, muss sein Halter

für Schäden genauso aufkommen wie jeder andere Fahrzeughalter auch: In

unbegrenzter Höhe bei Ansprüchen auf Basis der Verschuldenshaftung und mit

bis zu 5 Mio. € im Rahmen der Gefährdungshaftung (z.B. bei Unfallbeteiligung

ohne konkretes Verschulden).

Zulassungsfreie Anhänger sind wie dargestellt nur in engen Grenzen im Rahmen

einer Betriebshaftpflichtversicherung versicherbar. Auch die Versicherungssummen

der Betriebshaftpflichtversicherung können schlimmstenfalls nicht ausreichen!

Schadenersatzansprüche, die über die vereinbarte Versicherungssumme

hinausgehen, muss der Halter aus dem eigenen Vermögen ausgleichen.

 

Seit 2002 haften bei einem Unfall mit einem Anhänger sowohl der Halter des Zugfahrzeuges, als auch der Halter des Anhängers.

Und zwar zunächst gesamtschuldnerisch, d.h., der Geschädigte kann sich heraussuchen, wen bzw. wessen Versicherung er in Anspruch nimmt.

Zwischen den Versicherungen wiederum erfolgt dann ein interner Ausgleich nach dem Grade der Verursachung bzw. des jeweiligen Verursachungsbeitrages (Verhältnis Anhänger/Zugfahrzeug).

Haben wir z.B. einen Unfall, der ausschließlich dem Anhänger zugeschrieben werden muss (z.B. ein technischer Defekt am Anhänger wie z.b. ein verlorenes Rad) bleibt der Schaden allein bei der Haftpflicht des Anhängers, da das Zugfahrzeug nicht zur Verursachung beigetragen hat.

Wurde mit angehängtem Anhänger ein anderes Auto angefahren, so wird der Schaden vollumfänglich bei der Haftpflichtversicherung des Zugfahrzeuges regressiert, sofern dieser von der Anhängerversicherung reguliert wurde.

Das heißt also absolut egal, welcher Versicherung der Schaden gemeldet wird (er wird zunächst natürlich die Versicherung des Anhängers vorziehen).

Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung erfolgt in diesem Falle ziemlich sicher ein interner Ausgleich mit dem Haftpflichtversicherer des Zugfahrzeuges (und damit verbunden auch eine Hochstufung im Rabatt).

Denn der Schaden wurde ja auch bzw. mitursächlich durch das Fahren mit seinem Zugfahrzeug verursacht.

 

Die Haftpflicht des Anhängers greift dann (allein), wenn ein Schaden verursacht wurde, bei welchem niemand anderes zur Verursachung beigetragen hat (z.B. bei dem erwähnten technischen Defekt durch ein ablösendes Rad).

 

Das Urteil: Unter Aktenzeichen IV ZR 279/08 vom 27.10.2010 wurde entschieden, dass der Halter des Hängers und der des Fahrzeuges gleichzustellen sind. Beide Haftpflichtversicherungen sind somit betroffen, wenn von dem Gespann ein Unfall verursacht wurde. Der Geschädigte hat somit die Wahl, ob er sich den Halter des Anhängers oder des Zugfahrzeuges hält.

 

  1. Anhänger versichern für was?

 

Anhänger mit Haftpflichtversicherungsschutz.

Auf jeden Fall aber sollte jeder Anhänger ausreichend versichert werden. Denn die Hälfte des Schadens kann z.B. bei Personenschäden- immer noch bedrohlich viel sein. Also: rechtzeitig versichern (damit der Hänger auch bei eigenen Fahrten Haftpflichtversicherungsschutz genießt) und beim Verleihen einen Haftungsausschluss unterschreiben, so ist man als Besitzer eines Anhängers auf der sicheren Seite.

 

Es gilt, dass auch der Halter des Anhängers, haftet, wenn er nicht mal dabei ist.

Damit er hier nicht zur Rechenschaft gezogen wird, kann er eine Haftungsausschluss-Erklärung vom Leihenden unterschreiben lassen.

Somit kann die Versicherung des Halters im Zweifelsfall in Regress beim Leihenden gehen.

 

 

  1. Konsequenzen

 

Als Verleiher Konsequenzen ziehen

 

Auch wer nicht gewerblich die Anhänger vermietet, sondern nur gelegentlich privat seinen Anhänger ausleiht, sollte eine Haftungs-Ausschluss-Erklärung unterschreiben. Denn damit ist er nicht haftbar zu machen für Schäden, die der Fahrer seines Hängers damit verursacht. Möglich ist dies bei jeder Art von Anhängern, auch Campingwagen und Ähnliches. 

 

Weitere Informationen

 

Immer mal wieder entstehen Missverständnisse über die Zulassungspflicht / -freiheit von Bootstrailern – oft leider auch bei den zuständigen Zulassungsstellen. Daher hier mal die relevanten Fakten zum Stichwort “grünes Kennzeichen”.

In aller Kürze (zum Ausdrucken und mit zum Amt nehmen):

  • Die Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV) 3 (2) 2.e regelt die Zulassungsfreiheit von Sportgeräteanhängern,
  • das Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG) 3 1. regelt die Steuerfreiheit,
  • das Pflichtversicherungsgesetz (PflichtVG) 2 (1) 6.c regelt die Ausnahme von der Haftpflichtversicherungspflicht,
  • die Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV) 9 (2) regelt schließlich das grüne Kennzeichen für steuerbefreite Anhänger.

Mit welchem Führerschein/Auto darf ich was fahren?

 

Leichte Anhänger bis 750 kg höchstzulässigem Gesamtgewicht sind üblicherweise ungebremst. Sie dürfen nur gezogen werden, wenn das Doppelte des tatsächlichen Anhängergewichts (Eigengewicht und Zuladung) das um 75 kg erhöhte Eigengewicht des Zugfahrzeugs nicht übersteigt.

Bsp.: (Anhänger 300 kg + Ladung 300 kg) x 2 = 1.200 kg. Damit muss das Fahrzeuggewicht mindestens 1.200 kg – 75 kg (Zurechnung) = 1.125kg betragen.

Schwere Anhänger besitzen oft eine eigene Bremsanlage, die beim Betätigen der Bremsen im Zugfahrzeug mittels mechanischer Kraftübertragung über die Anhängerkupplung mitbetätigt werden. Der Fachausdruck dafür lautet „auflaufgebremst“. Diese Anhänger dürfen gezogen werden, wenn weder das höchstzulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges noch die bei der Genehmigung festgesetzte Zuglast (Zulassungsschein) überstiegen werden. Bei geländegängigen Fahrzeugen der Klassen M1 und N1 ist das Eineinhalbfache des höchstzulässigen Gesamtgewichtes maßgebend.

Klasse B

  • leichte Anhänger: bis 750 kg höchstzulässiges Gesamtgewicht schwere Anhänger: höchst zulässige Gesamtmasse (= Zugfahrzeug & Anhänger) darf nicht 3.500 kg übersteigen
  • auflaufgebremste Anhänger: die höchst zulässige Gesamtmasse darf 3.500 kg nicht übersteigen. Das Gesamtgewicht (= Eigengewicht & Beladung) des Anhängers darf weder das höchst zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges noch den im Zulassungsschein eingetragenen Wert übersteigen.

Klasse B mit Code 96

  • schwere Anhänger: wenn die höchste zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination mehr als 3.500 kg aber nicht mehr als 4.250 kg beträgt
  • auflaufgebremste Anhänger: Das Gesamtgewicht des Anhängers darf weder das höchstzulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs noch den in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen Wert übersteigen. Das höchstzulässige Gesamtgewicht beider Fahrzeuge darf 4.250 kg nicht übersteigen.

Klasse BE

  • höchstzulässiges Gesamtgewicht des Anhängers: 3.500 kg. Das höchstzulässige Gesamtgewicht beider Fahrzeuge darf 7.000 kg nicht übersteigen
  • auflaufgebremste Anhänger: Das tatsächliche Gesamtgewicht des Anhängers darf weder das höchstzulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs noch den in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen Wert übersteigen.

Klasse C, C1 und D

  • leichte Anhänger: höchste zulässige Gesamtmasse von maximal 750 kg

 

Klasse CE und DE

  • CE: erlaubt das Ziehen von schweren Anhängern mit Zugfahrzeugen der Klasse C
  • DE: erlaubt das Ziehen von schweren Anhängern mit Zugfahrzeugen der Klasse D

 

 

Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis / Strafen

  • 21 STVG

    Wann liegt ein Fahren ohne Fahrerlaubnis vor?

    Ein Fahren ohne FE vor, wenn
    1. man nicht in Besitz der entsprechenden Fahrerlaubnis ist,
    2. ein Fahrverbot nach §25 StVG angeordnet wurde (z.B. wegen einer Geschwindigkeitsübertretung, einem Rotlichtverstoß, usw.),
    3. der Führerschein nach §44 StGB entzogen wurde (z.B. wegen §142 StGB Verkehrsunfallflucht mit geringem Schaden)
    4. oder der vorgeschriebene Führerschein nach § 94 der Strafprozessordnung in Verwahrung genommen, sichergestellt oder beschlagnahmt ist.

    Welche Folgen sind bei einem Fahren ohne Fahrerlaubnis zu erwarten?

    Eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr kann angeordnet werden, wenn Punkt 1 bis Punkt 3 vorsätzlich begangen wurden.
    Eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten kann, bei fahrlässiger Begehung von Punkt 1 bis 4, sowie vorsätzlicher Begehung von Punkt 4 angeordnet werden.

    Die selben Strafen gelten auch für den Halter, wenn er die Fahrt anordnet oder zulässt.


    Es kann sogar das Fahrzeug, auf das sich die Tat bezieht, eingezogen werden, wenn bei vorsätzlicher Begehung gegen Punkt 1 bis 3 verstoßen wurde oder eine Sperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 des Strafgesetzbuchs gegen den Täter angeordnet war.

    Gleiches gilt auch für den Halter, wenn der die Tat zugelassen oder angeordnet hat.

    Wurde der Täter schon einmal wegen vorsätzlicher Begehung nach Punkt 1 bis 3 in den letzten drei Jahren verurteilt, so kann ebenfalls das Fahrzeug eingezogen werden.

    Regelstrafen bei Ersttätern

    Privatfahrschule -> 5 – 10 TS
    ausländische Fahrerlaubnis -> 5- 10 TS
    Kurzfahrt -> 10 – 20 TS
    Fahren mit frisiertem Mofa -> 10 – 20 TS (*1
    mehrfaches Fahren ohne Fahrerlaubnis -> 30 TS sowie eine Sperre von 6 Monaten
    nach Entzug der Fahrerlaubnis -> 20 – 60 TS sowie eine Sperre von 6 Monaten
    innerhalb der Sperrfrist -> Freiheitsstrafe von 6 Monaten, sowie eine Sperre von 9 Monaten

    TS = Tagessätze (1 TS entspricht 1/30 des Monatsgehalts)
    (*1 = wird ein Urteil nach dem Jugendstrafrecht gefällt, so werden Sozialstunden statt TS angeordnet

 

 

Bußgeldkatalog Anhänger

 

Allgemeiner Bußgeldkatalog Anhänger

Beschreibung

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Das Fahrzeug geführt, obwohl die Anhängerkupplung nicht den Vorschriften entsprach

25 €

   

Die Inbetriebnahme des Fahrzeugs angeordnet oder zugelassen, obwohl die Anhängerkupplung nicht den Vorschriften entsprach

35 €

   

Das Fahrzeug geführt, obwohl durch die mangelhafte Verbindung der Fahrzeugkombination die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wurde

135 €

1

 

...mit Gefährdung

165 €

1

 

...mit Unfall

200 €

1

 

Den Anhänger ohne Unterlegkeile geführt

5 €

   

Anhänger ohne Zugfahrzeug länger als zwei Wochen geparkt

20 €

   

Termin zur Sicherheitsprüfung für Anhänger mit zulässiger Gesamtmasse von mehr als 10 t versäumt

     

...um bis zu zwei Monate

15 €

   

...um zwei bis vier Monate

25 €

   

...um vier bis acht Monate

60 €

   

...um mehr als acht Monate

75 €

   

 

Überladung

 

Bußgeldkatalog Überladung PKW

Beschreibung

Bußgeld

Punkte

FahrverbotFVerbot

Überladung eines Kfz (mit zulässigem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen) oder eines Anhängers (mit zulässigem Gesamtgewicht von bis zu 2 Tonnen) als Fahrzeugführer oder Fahrzeughalter

     

...um über 5 %

10 €

   

...um über 10 %

30 €

   

...um über 15 %

35 €

   

...um über 20 %

95 €

1

 

...um über 25 %

140 €

1

 

...um über 30 %

235 €

1

 

Bußgeldkatalog Überladung LKW

Beschreibung

Bußgeld

Punkte

FahrverbotFVerbot

Überladung eines LKW oder eines Anhängers (mit zulässigem Gesamtgewicht von über 2 Tonnen) als Fahrzeugführer

     

...um 2 bis 5 %

30 €

   

...um über 5 %

80 €

1

 

...um über 10 %

110 €

1

 

...um über 15 %

140 €

1

 

...um über 20 %

190 €

1

 

...um über 25 %

285 €

1

 

...um über 30 %

380 €

1

 

Überladung eines LKW oder eines Anhängers (mit zulässigem Gesamtgewicht von über 2 Tonnen) als Fahrzeughalter

     

...um 2 bis 5 %

35 €

   

...um über 5 %

140 €

1

 

...um über 10 %

235 €

1

 

...um über 15 %

285 €

1

 

...um über 20 %

380 €

1

 

...um über 25 %

425 €

1

 

...um über 30 %

425 €

1

 

 

Ladungssicherung

 

 

Tatbestand

Bußgeld (in Euro)

Punkte

Ladung nicht gegen vermeidbaren Lärm gesichert

10.-

 

Ladung höher als zulässig

20.-

 

Ladung breiter als zulässig

20.-

 

Ladung ragte unzulässig nach vorne

20.-

 

Ladung ohne vorgeschriebene Sicherungsmitteln befördert

25.-

 

Schlecht erkennbare Gegenstände ragten seitlich aus der Ladung hinaus

25.-

 

Ladung nicht verkehrssicher verstaut

35.-

 

Ladung nicht verkehrssicher verstaut - andere Verkehrsteilnehmer wurden gefährdet

60.-

1

Ladung nicht verkehrssicher verstaut - es kam zum Unfall

75.-

1

Auf der Autobahn/Kraftfahrtstraße mit einer Ladung über 4,20 m Höhe gefahren

70.-

1

Nicht vorschriftsmäßige Ladung - die Verkehrssicherheit litt erheblich

80.-

1

Nicht vorschriftsmäßige Ladung - die Verkehrssicherheit litt erheblich und es kam zum Unfall

120.-

1

Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigte

135.-

1

Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigte - andere Verkehrsteilnehmer wurden gefährdet

165.-

1

Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigte - es kam zum Unfall

200.-

1

Auf der Autobahn/Kraftfahrtstraße mit einer Ladung, die nicht jederzeit weniger als 4 m Höhe betrug, gefahren und dadurch die automatische Höhenkontrolle ausgelöst. Der Fahrstreifen wurde gesperrt

160.-

 

Auf der Autobahn/Kraftfahrtstraße mit einer Ladung über 4 m Höhe gefahren und dadurch die automatische Höhenkontrolle ausgelöst. Der Fahrstreifen wurde gesperrt

240.-

 

 

Nach oben

Unser Standpunkt

world-map

Zwischen unserem Vereinsgewässer, der Argen und dem BMK Yachthafen befindet sich unser Vereinsgelände mit direktem Wasserzugang welches bereits seit Jahrzehnten von den Mitgliedern des Angelsportvereins liebevoll gehegt und gepflegt wird.

Nächste Termine

10Nov
November 10, 2018 10:00:
Kesselfleisch mit Sauerkraut
9Dez
Dezember 9, 2018 15:00:
Nikolausfeier ab 15 Uhr

Popup Widget

Lorem ipsum dolor sit amet sectetur elit Donec sit amet nibh dolor vivamus non arcu sanctus est penatibus et magnis dis parturient montes consectetur eleifend tempus. Cum sociis natoque penatibus et magnis orem ipsum dolor sit amet sectetur adipiscing elit

Popup B Widget

Lorem ipsum dolor sit amet sectetur elit Donec sit amet nibh dolor vivamus non arcu sanctus est penatibus et magnis dis parturient montes consectetur eleifend tempus. Cum sociis natoque penatibus et magnis orem ipsum dolor sit amet sectetur adipiscing elit

Popup C Widget

Lorem ipsum dolor sit amet sectetur elit Donec sit amet nibh dolor vivamus non arcu sanctus est penatibus et magnis dis parturient montes consectetur eleifend tempus. Cum sociis natoque penatibus et magnis orem ipsum dolor sit amet sectetur adipiscing elit

Lorem ipsum dolor sit amet sectetur elit Donec sit amet nibh dolor vivamus non arcu sanctus est penatibus et magnis dis parturient montes consectetur eleifend tempus. Cum sociis natoque penatibus et magnis orem ipsum dolor sit amet sectetur adipiscing elit

Offcanvas Module

Our themes are built on a responsive framework, which gives them a friendly, adaptive layout

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung